Mysteriöser Hundetod nach dem Gassi

05.03.09

Münster - Beide sind leinenlos unterwegs, tollen fröhlich umher. Der eine
Labrador holt Stöckchen auf der Wiese zwischen Hergershausen und
Harpertshausen, der andere knabbert an der Wildschweinpfote in der Nähe des
Freizeitgeländes Rotkäppchen in Münster. Wenige Stunden später sterben beide
einen qualvollen Tod: Erbrechen, Schwindel, Kollaps und innere Blutungen.
Von Kathrin Rosendorff

Das geschah am vergangenen Wochenende. „Die eine war eine elf Monate alte
Labradorhündin, der andere ein fünf Monate alter Labradorrüde“, erzählt eine
besorgte Leserin am Telefon, die beide Hundehalter persönlich kennt. „Beide
sind völlig am Boden zerstört“, sagt die Frau, die lieber anonym bleiben
möchte. Auf Internetseiten für Hundefreunde hat sie schon Alarm geschlagen.
„Wir vermuten, dass jemand bewusst Gift gestreut hat, die Hunde es dann
gefressen haben und daran gestorben sind. Was für ein Albtraum.“ Und so hat
sie nun auch um ihre zwei Hunde sehr große Angst. „Ich habe ihnen jetzt
Maulkörbe angelegt.“

„Maulkörbe helfen aber wenig, denn sie können immer noch durch sie durch
etwas abschlecken“, erklärt der Münsterer Tierarzt Achim Klumpp. Insgesamt
habe es seit Mitte letzter Woche 15 Verdachtsfälle auf Vergiftung bei Hunden
in seiner Tierarztpraxis gegeben. Auch die beiden Labradore waren in seiner
Gemeinschaftspraxis, bevor sie als Notfall in die Tierklinik eingewiesen
wurden und dort nicht mehr gerettet werden konnten.

„Es gibt noch keinen Tatverdacht. Aber die Information, dass sie vergiftet
worden sein könnten“, sagt Pressesprecher Karl Kärchner vom Polizeipräsidium
Südhessen auf Nachfrage unserer Zeitung. Am Montag seien die zwei
Strafanzeigen gestellt worden. „Jetzt wird ermittelt. Bislang haben wir
keine konkrete Spur.“ Eine gezielte Vergiftung durch einen Hundehasser
könnten sie so weder ausschließen, noch bestätigten. „Aber was schon
auffällt ist, dass es sich in beiden Fällen um Labradore handelt“, sagt
Kärchner.

Doch der Polizeipressesprecher betont: „Man sollte schon sensibel mit dem
Thema umgeben, aber das heißt auf keinen Fall, dass man panisch wird und die
Hunde jetzt nicht gar nicht mehr in dieser Gegend rauslässt.“ Tierarzt
Klumpp rät: Die Pfoten nach dem Lauf in der Natur abputzen. So können sie
auch nach dem Gassi-Gang nicht mehr etwas Giftiges ablecken. „Und seine
Hunde sollte man in den nächsten Wochen erstmal besser an der Leine lassen.
“ Danach wird sich hoffentlich alles wieder beruhigen.“ Wer sachdienliche
Hinweise hat, meldet sich beim Polizeipräsidium Südhessen unter
061519690.